SARS-CoV-2 Antikörper-Test und „Grüner Pass“

Seit 01.07.2021 existiert in Österreich die sogenannte 2. COVID-19 Öffnungsverordnung, welche in §1 Abs2 vorgibt, dass ein Nachweis über neutralisierende Antikörper (nicht älter als 90 Tage) als Nachweis einer „geringen epidemiologischen Gefahr“ gilt und daher als „Eintrittstest“ beispielsweise für Hotellerie, Gastronomie oder körpernahe Dienstleister verwendet werden kann. Mit anderen Worten: ein positiver Corona-Antikörper-Befund ist die Eintrittskarte ins Wirtshaus oder zum Frisör für 3 Monate.

Der bei myLab verwendete SARS-CoV-2 Antikörpertest (Fa. Siemens) erfüllt alle Kriterien der 2. COVID-19 ÖV und kann jederzeit ohne Termin in unserem Walk-In-Labor (Europaplatz 7, 2. Stock) mittels venöser Blutabnahme durchgeführt werden (Kosten € 45,- für den Test + € 10,40 für die Blutabnahme). Ein positiver Antikörper-Befund gilt in ausgedruckter Form quasi als Eintrittstest. Ein eigenes (weiteres) Zertifikat ist nicht notwendig, der Laborbefund an sich (zB in ausgerdruckter Form oder digital am Handy) ist das „Zertifikat“. Bei Blutabnahme vor 13 Uhr erhalten Sie das Ergebnis noch am selben Tag (zB auch als Download zum Ausdrucken zu Hause).

Also: Einfach ohne Termin vorbeikommen, Blut abnehmen lassen, Befund zu Hause ausdrucken und (naturgemäß nur im Positivfall) 3 Monate ohne weitere Tests zB ins Wirtshaus gehen.

Leider konnte sich die Europäische Union bislang nicht dazu durchringen, SARS-CoV-2 Antikörpertesergebnisse im EU-weiten „Grünen Pass“ abzubilden. Mit anderen Worten: Ein positiver Corona-Antikörper-Test gilt zwar innerhalb Österreichs als Eintrittstest (siehe oben, 2. Corona-ÖV), nicht aber im Sinne des Grünen Passes für Grenzübertritte.

Empfehlungen bei Corona-Impfung mit AstraZeneca

Das nationale Impfgremium hat am 19.03.2021 festgehalten, dass die Vorteile einer Impfung mit AstraZeneca ein allfälliges Risiko von Nebenwirkungen klar in den Schatten stellen. Vom Paul-Ehrlich-Institut wurden sehr seltene Fälle einer sogenannten Sinus- oder Hirnvenenthrombose berichtet (insbesondere bei Frauen unter 55 Jahren, Risiko kleiner als 1:100.000). Es gibt keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit einzelnen Chargen. Als Ursache für diese seltenen Sinus- oder Hirnvenenthrombosen wird eine Antikörperbildung (sog. HIT-Antikörper) gegen Blutplättchenantigene im Zuge einer entzündlichen Reaktion nach einer Impfung mit AstraZeneca angesehen, ähnlich wie bei der sogenannten Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT). 4-16 Tage nach einer Impfung mit AstraZeneca konnten bei einigen Patienten derartige Antikörper nachgewiesen werden, die zu einer massiven Thrombozytenaktivierung mit konsekutiver Thrombozytopenie führten. Aufgrund dieser Beobachtungen hat die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) folgende Empfehlungen abgegeben:

  • Eine Impfung mit AstraZeneca ist grundsätzlich sicher und zu begrüßen
  • Eine Impfung mit AstraZeneca führt zu keiner (!) erhöhten Thrombosebildung an typischen Lokalisationen (Beinvenenthrombose, Lungenembolie)
  • Ein generelles Thrombophilie-Screening vor einer Impfung wird nicht empfohlen.
  • Einen Neigung oder Vorgeschichte zu Thromboembolien ist kein Auschlussgrund für eine Impfung mit AstraZeneca
  • Aufgrund der immunologischen Genese der Sinus-/Hirnvenenthrombose haben Patienten mit positiver Thromboseanamnese und/oder bekannter Thrombophilie nach Impfung mit AstraZeneca Vakzin kein erhöhtes Risiko, diese spezifische (sehr seltene) Komplikation (Hirnvenenthrombose) zu erleiden.
  • Vom vorbeugenden Einsatz gerinnungshemmender Medikamente (z.B. Azetylsalicylsäure, niedermiolekulares Heparin) wird ausdrücklich abgeraten
  • Eine bestehende Gerinnungsmedikation sollten im Rahmen einer Impfung beibehalten werden
  • Grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf-/Gelenk-/Muskelschmerzen) 1-2 Tage nach einer Impfung sind eine häufige Impfreaktion und kein Grund zur Besorgnis
  • Bei Nebenwirkungen, die 4-16 Tage nach einer Impfung anhalten oder neu auftreten (z.B. Schwindel, Sehstörung, Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Luftnot, akute Schmerzen im Brustkorb) sollte eine ärztliche Abklärung einer Thrombose erfolgen
  • Folgende labordiagnostischen Untersuchungen werden im Anlassfall empfohlen: Blutbild inkl. Thrombozytenzahl und Differentialblutbild (Blutausstrich), D-Dimere, HIT-Antikörper-Schnelltest.
  • Im Einzelfall kann eine weiterführende bildgebende Diagnostik (z.B. cMRT) indiziert sein.
  • Bei Patienten mit gesicherter autoimmuner HIT und Sinus-/Hirnvenenthrombose (z.B. positiver funktioneller HIPA-Test) erfolgt in der Regel eine Therapie mit hochdosierten intravenösen Immunglobulinen (z.B. 1 g/kg KG pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen).

 

Empfehlungen Sozialministerium

Empfehlungen GTH

 

 

Labordiagnostische Abklärung von Symptomen nach AstraZeneca-Impfung

Folgende Beschwerden 4-16 Tage nach einer Impfung mit AstraZeneca sollten abgeklärt werden:

  • Schwindel
  • Sehstörung,
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Luftnot
  • akute Schmerzen im Brustkorb, Bauch oder Extremitäten

Die Abklärung erfordert eine Blutabnahme für:

  1. Blutbild inkl. Thrombozytenzahl und Differentialblutbild (Blutausstrich)
  2. D-Dimere
  3. HIT-Antikörper-Schnelltest

Punkt 1. und 2. können bei Zuweisung durch einen niedergelassenen Arzt mit der zuständigen Krankenkasse verrechnet werden. Die Kosten für eine allfällige private Abklärung (Voraussetzung: unterschriebene Verzichtserklärung) belaufen sich entsprechend der privatärztlichen Honorarordnung der oberösterreichischen Ärztekammer auf € 84,50 (Blutabnahme, komplettes Blutbild, D-Dimer).

Für die Durchführung eines HIT-Antikörper-Schnelltest (Punkt 3.) verrechnen wir entsprechend der privatärztlichen Honorarordnung der oberösterreichischen Ärztekammer € 102,96. Dieser Parameter ist grundsätzlich nicht (!) im Tarifkatalog der Krankenkassen enthalten und ausschließlich privat zu bezahlen.

Im Falle von Beschwerden (siehe oben) in Kombination mit einer Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) und einem positiven HIT-Antikörper-Schnelltest wird eine umgehende stationäre Abklärung empfohlen. Diese weitere Abklärung beinhaltet mitunter eine bildgebende Diagnostik (MRT, CT, Ultraschall) und kann im Einzelfall eine Therapie mit hochdosierten intravenösen Immunglobulinen nach sich ziehen.

Telefonische Anfragen richten Sie bitte an +43 (0)732 66 65 66 65

Neu! Test auf T-Zell-Immunität

Ab sofort kann über myLab (in Kooperation mit einem Berliner Labor) die sogenannte zelluläre (= T-Zell vermittelte) Immunität gegenüber SARS-CoV-2 bestimmt werden (zB nach durchgemachter COVID19-Erkrankung und negativem IgG-Antikörperstatus).

Nicht alle Patienten entwickeln nach Viruskontakt mit SARS-CoV-2 eine messbare Antikörpermenge, zB bei asymptomatischen oder auch sehr milden Verläufen (Mallapaty, 2020; Long et al., 2020). Außerdem kann die Antikörperantwort nach erfolgter Infektion nur kurzlebig sein. Etwa 10 % der Patienten mit Symptomen und 40 % der symptomlosen Patienten verlieren ihre IgG-Antikörper, so dass eine zurückliegende Infektion unter Umständen nur noch über die T-Zellantwort nachweisbar ist. Diese T-zelluläre Antwort spielt eine zentrale Rolle bei der Virusabwehr. Das T-Zell-Gedächtnis kann über mehrere Jahre persistieren und gegen schwere Reinfektionen schützen (Channappanavar et al., 2014).

Im Rahmen des sog. SARS-CoV-2 Lymphozytentransformationstests (LTT) werden die T-Zellen des Patienten mit spezifischen Peptiden (d.h. Gemischen aus kleinen Bruchstücken des Spike-Proteins von SARS-CoV-2) stimuliert und die Vermehrung dieser reaktiven T-Zellen in einer Zellkultur gemessen. Die Analytik dauert aufgrund der Zellkultur ca. 1 Woche. Ist das Ergebnis positiv, d.h. können in der Zellkultur vermehrt reaktive T-Zellen gefunden werden, so spricht das für eine zugrunde liegende T-zelluläre „Gedächtniszell“-Immunantwort auf SARS-CoV-2. Eine T-zelluläre Immunität geht mit einem starken Immunschutz einher, auch bei fehlendem Antikörpernachweis.

Aufgrund der aufwendigen Probenlogistik muss die Analyse zumindest 2 Tage vorher telefonisch unter +43 (0) 732 66 65 66 34 angemeldet werden. Die Blutabnahme muss direkt im Labor (Europaplatz 7, 4020 Linz) erfolgen (werktags Montag-Donnerstag!). Preis: € 220,- für den Test (inkl. Transport nach Berlin), zusätzlich € 10,40 für die Blutabnahme vor Ort (3 Röhrchen).

Corona-Antikörpertest / neutralisierende Antikörper

Bei myLab wird täglich ein SARS-CoV-2-Antikörpertest der neuesten Generation durchgeführt. Es handelt sich dabei um einen quantitativen, spezifischen IgG-Test der Fa. Siemens – Atellica® IM SARS-CoV-2 IgG (sCOVG) – mit sehr hoher Sensitivität und Spezifität (> 99 %). Der Test erfasst Antikörper gegen die Rezeptorbindungsdomain (RBD) des „Spike“ (S1-) Proteins von SARS-CoV-2 und ist assoziiert mit sogenannten neutralisierenden Antikörpern. Das Ergebnis wird in U/ml berichtet.

Link zur Presseaussendung: Atellica® IM SARS-CoV-2 IgG (sCOVG)

Der Antikörpertest weist im Blut allfällige neutralisierende Antikörper nach einer durchgemachten COVID19 Erkrankung nach.

Darüber hinaus eignet sich der Test auch zur Impferfolgskontrolle nach erfolgert Impfung gegen SARS-CoV-2 (Bestimmung 3 Wo nach abgeschlossener Grundimmunisierung = 3 Wo nach der 2. Teilimpfung).

Gerne führen wir die Blutabnahme auch direkt in unserem Walk-in-Labor (Europaplatz 7, 4020 Linz, 2. Stock, keine Voranmeldung notwendig) durch. Da der SARS-CoV-2-Antikörpertest (derzeit) nicht von den Krankenassen finanziell getragen wird, müssen wir Ihnen die Kosten in der Höhe von € 45,- als Privatleistung verrechnen. Für die Durchführung der venösen Blutabnahme verrechnen wir € 10,40.

SARS-CoV-2-Abstrich für PCR

Für beschwerdefreie Kundinnen und Kunden bieten wir einen SARS-CoV-2-PCR-Test aus dem Rachenabstrich (z. B. für Reisen, vor Operationen oder Reha-Aufenthalten, aus privatem Interesse).

Die Anmeldung zum Rachenabstrich erfolgt ausschließlich über unseren Online-Kalender!

Telefonische Rückfragen bitte unter +43 732 666566-0

Die Abstrichabnahme erfolgt in unserer eigens eingerichteten Abnahmestelle in der Khevenhüllerstraße.

Auf Wunsch wird ein Zertifikat für Grenzübertritte ausgestellt.

Der Preis pro Test (ohne Zertifikat) beträgt € 85,– und er ist als Privatleistung vor Abstrichabnahme in bar zu bezahlen.

Mit Zertifikat verrechnen wir € 100,–.

Für Firmen bieten wir Sonderkonditionen (> 10 Abstrichabnahmen). Gerne erledigen wir die Abstrichabnahme für Ihre MitarbeiterInnen direkt in Ihrer Firma.

Der Befund ist in der Regel 24 bis 36 Stunden nach Abstrichabnahme fertig (meist am Folgetag um 15 Uhr) und kann auf Wunsch als Online-Download zur Verfügung gestellt werden. Dafür bekommen Sie vor Ort eine personenbezogene Benutzernummer ausgehändigt. Sobald der Befund fertig ist, senden wir Ihnen eine SMS mit einem Passwort auf Ihr Mobiltelefon. Sie können sich dann mit Ihrer Benutzernummer und dem Passwort auf unserem Befundserver einloggen und den Befund (sowie ev. das Zertifikat) als pdf herunterladen.

Termine für Corona-Abstrich

Link zum Befundserver

 

Für Personen mit den typischen Symptomen (Fieber, Husten, Atemnot, Geruchs-/Geschmacksverlust) gilt weiterhin das von der Bundesregierung geregelte Verfahren (Rufnummer 1450 etc.).

Seit 23.10.2020 können Sie sich bei Corona-typischen Beschwerden auch direkt an Ihren Hausarzt zur Durchführung eines sogenannten SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests wenden (sofern der Hausarzt diese Tests anbietet). Positive Schnelltests müssen mit einer PCR-Analyse bestätigt werden (Durchführung ebenfalls beim Hausarzt möglich), da es im Schnelltest auch falsch-positive Ergebnisse geben kann.